Brief an alle eurasischen Druidinnen und Druiden



 

- gerne zur Übersetzung in andere Sprachen -


Druide sein bedeutet Verantwortung für sich, seine Liebsten und sein Land zu tragen! Anforderungen, die sicherlich nicht immer einfach sind, da wir nicht mehr in einer Gesellschaft der natürlichen Kooperation und Naturverbundenheit leben, sondern in einem kapitalistischen System der allgemeinen Konkurrenz und des Kommerz. Zugleich befinden wir uns in der Transformation zu etwas ganz Neuem. Imperialismus, Kommunismus und Faschismus haben ausgedient und niemand auf dem naturspirituellen oder naturreligiösen Weg kann sie sich ernsthaft zurückwünschen.


Um so mehr besorgt es mich, wenn ich auch und gerade bei Druiden Tendenzen wahrnehme, einzig und allein sich selbst als Hüter der reinen Lehre zu begreifen und alle anderen Denk- und Seinsansätze gering zu schätzen oder gänzlich abzulehnen. Meines Erachtens haben weder künstliche (okkulte) Dogmen noch Tabus auf dem druidischen Weg das Geringste verloren. Wer daher für sich behauptet, einzig er/sie alleine sei im Besitz der Überlieferungen, Rituale und Gebräuche unserer gemeinsamen Ahnen, ist auf dem Holzweg! Es geht nicht um die Asche der Altvorderen, die auf den unterschiedlichsten Wegen zu uns kam. Es geht um die Glut der Erneuerung in jedem Menschen!


Mir persönlich geht es nicht um die Schaffung einer energetischen Elite, sondern darum, den naturspirituellen Weg wieder im Herzen der ganz normalen Menschen freizulegen und zu verankern. Darin sehe ich gesamtgesellschaftliches Heil!


Natürlich müssen bei Ritualen oder Zeremonien immer die universellen Grundgesetze ihres Gelingens beachtet werden, aber je mehr wir jeden einzelnen Teilnehmer zur spontanen Teilnahme aus seinem eigenen Herzen auffordern, desto lebendiger ist das Ritual! Freiheit führt immer in die Verantwortung! Die übergeordnete Aufgabe eines (druidischen) Zeremonialleiters ist es daher, Raum zu geben für den natürlichen Ausdruck und die leibhaftigen Gefühle aller Teilnehmer – sei dies nun im individuellen Coaching, einer spi-rituell eingespielten Gruppe oder vor Hunderten von Menschen. Die Absicht heilt die Handlung!


Für mich ist der naturspirituelle, druidische Weg ein Weg der Selbstermächtigung und Selbstbefreiung aus individuellen und kollektiven Zwängen! Nur der freie Mensch ist in der Lage, mit seinesgleichen Verträge zum Wohle aller Wesen abzuschließen! Für mich ist das Druidische in erster Linie ein Bewusstseinsrang der Verbundenheit aller Wesen und Dinge.


Jeder Mensch hat nach unserer Deutung des Pentagramms, dem Sinnbild der angebrochenen fünften Welt, das Recht auf 20% Egoismus. Darüber hinaus sollte er sich aber immer dem Wohle aller Wesen widmen. Insbesondere als Druidinnen und Druiden sollten wir uns von Altruismus, Kooperation, Solidarität und einer ausgefeilten Ethik leiten lassen, uns jedoch niemals für andere aufopfern!


Die druidische Stoßrichtung verläuft - von wenigen Ausnahmen wie der Mistel abgesehen - immer von unten nach oben und von innen nach außen! Unser druidischer Glaube und unser Wirken sind einfach und basieren in der Natur der Dinge! Es gibt nichts Wirkungsvolleres!


Wir alle wollen Freiheit, Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit und Liebe! Dies ist ein Aufruf zur Zusammenarbeit an alle Druidinnen und Druiden mit allen naturspirituellen Gruppen in gegenseitigem Respekt und Solidarität mit allen Wesen! Wir tragen Verantwortung für diese Erde! (Wer, wenn nicht wir?)


Jeder Druide sollte sein Fylgja kennen! Das meine ist ein Drache namens Draco II. Der Name, den mir Draco für die Welt nach Babylon mitteilte, ist SAPO.


SAPO bedeutet <<Spirituelle Anarchie Pazifistisch Organisiert>> und ist eine Welt, in der sich Naturspiritualität und nachhaltige Technologien die Hand reichen. Sie basiert auf der Annahme der eigenen Schöpferkraft, Basisdemokratie (Thingwesen), Pantheismus und dem Vertrauen in die Vielfalt der alten Götter.


Wichtig ist zu verstehen, dass SAPO (Ende 2012) auf energetischer Ebene längst Wirklichkeit wurde und es lediglich eine Frage der Zeit ist, bis sie sich über unsere Hirne, Herzen und Hände ganzheitlich und global realisiert. Je eher wir uns gesellschaftlich in die naturspirituellen (oder personalen) Ränge entwickeln, desto schneller und harmonischer geht die große Transformation vonstatten.


Zunächst einmal würden wir alle in Deutschland geborenen und aufgewachsenen Menschen noch immer als (präpersonale) Bürger bezeichnen und deren immense Arbeitskraft als Einzelne sowie im Kollektiv anerkennen! Deutschland verfügt über eine der stärksten, flexibelsten und gesündesten Volkswirtschaften weltweit. Dies verdankt es seinen Bürgern! Das Bürgerliche ist Wert zu schätzen!

 

Die Bürger selbst jedoch sind genau genommen nur Sklaven (= <<Personal>>, keine natürlichen Personen gemäß §1 BGB). Sie opfern sich, ihre Lebenszeit, ihre Gesundheit und manchmal sogar ihre Familien, nur um halbwegs über die Runden zu kommen. Einige Besserverdiener vielleicht ausgenommen, doch auch diese zahlen zumeist einen hohen Preis für ihren Wohlstand... Wo liegt hierin ein Fortschritt gegenüber vergangenen Zeiten? Die Sklaverei ist subtiler, das ist alles. Gezielt wird von den herrschenden Machteliten abgelenkt!


Der naturspirituelle Weg nun ist ein Weg, um diesem sklavischen Hamsterrad zu entfliehen! Aus der Bürgerin oder dem Bürger wird eine Kriegerin oder ein Krieger! Dies ist zugleich der erste naturspirituelle Rang, der noch zu Zeiten der klassischen Antike so selbstverständlich war, dass er in entsprechenden Quellen (Cäsar, Diodor, Strabon...) teilweise noch nicht einmal explizit als solcher erwähnt wurde. Doch mit dem Kriegertum fängt alles an!


Sodann folgen die drei Ränge, welche auch der OBOD führt:


1. der Barde oder (germanisch) Skalde

2. der Ovate oder (tungusisch) Schamane

3. der Druide oder (isländisch) Gode


Welche Voraussetzungen gilt es zu erfüllen, um in die vier naturspirituellen Ränge aufzusteigen?


Aus der Sicht meiner Stiftung sind dies ganz grob die Folgenden:


1. Kriegertum // Elementekrieger

Kriegertum bedeutet bewusste Rückverbindung mit den vier lebenden Elementen also beispielsweise Pfahlsitzen (Luft), Feuerlauf, Vollmondtauchen und Erdlochübernachtung sowie das Erlernen einer Kampfsportart oder Kampfkunst.


Wie die vier Elementeweihen im Einzelnen zu vollziehen sind, darüber gibt es in den Überlieferungen der verschiedenen eurasischen Völker Hinweise. Danach sollte man sich richten.


2. Bardentum // bardische Künstler

Das Bardentum beinhaltet traditionell das Quellenstudium (Edda etc.) sowie den kreativen Ausdruck.


Meines Erachtens gehören zur bardischen Ernennung:

(i) ein ausgiebiges Literatur- und Quellenstudium

(ii) die Kenntnis der allgemeinen universellen Lebensgesetze (= hermetische Gesetze etc.)

(iii) das Erstellen eines handgefertigten Werkstücks mit eingearbeiteter Gabe als Geschenk für den Mentor sowie

(iv) der Nachweis einer gereiften Kunst in der Öffentlichkeit (= Konzert, Vernissage etc.)

 

3. Schamanentum// schamanische Heiler

Als Schamane (= shamanic practitioner) gilt, wer es gelernt hat willentlich und bewusst in die Anderswelt zu reisen und daraus mit neuen Informationen zurückzukommen.


Die Ernennung zum Schamanen basiert unserer Erfahrung nach auf folgenden drei Säulen:

(i) Herkunft = das Vorliegen mindestens eines Ahnenschamanen

(ii) Ruf = Initiationskrankheit oder eine heil bestandene Zerstücklungsreise

(iii) Initiation = abgeschossene schamanische Ausbildung

 

Im Anschluss an die schamanische Ausbildung und Initiation sollte sich noch eine mindestens viertägige Visionssuche (Útiseta / vision quest) anschließen. Wir brauchen outdoortaugliche Heiler, die vor sich selbst in freier Natur bestehen und keine Wohnzimmerschamanen!


4. Druidentum// druidische Lehrer

Für mich gehören zum (universellen) Druidentum weniger die Gewänder und auswendig gelernte Formeln als vielmehr eine ganze Reihe charakterlicher Qualitäten, die im Einzelnen in meinen Büchern, den Draco-Veden, benannt und umschrieben werden.


Thematisch sollten in einer druidischen Ausbildung insbesondere folgende Schwerpunkte behandelt werden:

(i) Runen- und Oghamkunde

(ii) Götter- und Religionskunde

(iii) Lebensrad- und Kalenderkunde

(iv) Gesundheits- und Heilungskunde

(v) Schöpferkraft- und Einheitskunde


Als eigentliche Bedingungen zur druidischen Ernennung würde ich folgende benennen: einen Druidenvater (Druidenmutter) zu finden - welcher seinerseits (ihrerseits) wiederum von einem Druiden (Druidin) geweiht wurde - und die Weihe nach abgeschossener Ausbildung von eben diesem (dieser) zu empfangen.


Die DRACO-Stiftung, in dessen Namen ich lehre, sieht zur druidischen Ernennung 40 praktische Manöver sowie ein abschließendes Kolloquium vor.


Sonstige Vereinheitlichungen

Naturspirituelle Menschen, Krieger, Barden, Schamanen und Druiden sind zumeist große Individualisten, doch Individualismus ist nichts ohne ausgleichenden Zusammenhalt. Saponischer Anarchismus bedeutet nicht Anormismus!


Aus diesem Grund möchte ich drei weitere Vorschläge zur Vereinheitlichung unserer nördlichen Naturspiritualität unterbreiten:


1. Hinsichtlich einer einheitlichen Zeitrechnung, schlage ich den natürlichen Kalender der DRACO-Stiftung mit der Mondfolge Hartung, Hornung, Lenzing, Ostaramond, Maien, Brachet, Druid, Heuert, Ernting, Scheiding, Gilbhard, Nebelung und Yulmond vor.


Der natürliche Kalender basiert auf der Existenz von 13 Monden (á 28 Tage) beginnend nach dem Yulfest. Für den zusätzlichen 13. Mond zwischen Brachet und Heuert schlage ich die Bezeichnung Druid vor. Er beginnt nach babylonischer Zählweise am 8. Juni.



Zur Bestimmung unserer Hauptfeste

Yulfest: „Tag der Jahre“ (alt: 21.12) nach dem 28. Yulmond (alt: 20.12) und vor dem 1. Hartung (alt: 22.12). Das Yulfest entspricht der Rune Jera. Die neue Lichtgöttin wird geboren. Das Yulfest dauert traditionell drei Tage bis zum 2. Hartung (alt: 23.12); danach folgt die erste geweihte Nacht (Weihnacht) = 1. Raunacht vom 3. auf den 4. Hartung (alt: 24. auf 25.12). Insgesamt gibt es dreizehn den kommenden Monden geweihte Nächte (= Raunächte). 13. Raunacht = Nacht vom 16. auf den 17. Hartung (alt: 5. auf 6.1.). Tag der Druiden = Ende der Raunächte am 17. Hartung (alt: 6.1).


Imbolc/Brigit: am ersten Vollmond am oder nach dem 14. Hornung (alt: 1.2). Die neue Lichtgöttin steigt zur Erdoberfläche und bringt erste Blüten mit. Imbolc entspricht der Rune Algiz, die einer Blüte gleicht.


Ostara: 6. bis 7. Ostaramond (alt: 21.3). Die Vegetationsgöttin wird von Brigit zu Ostara und empfängt den Samen des Sonnengottes. Ostara entspricht der Schwangerschaftsrune Berkana.


Beltaine: Nach der Wiccanacht am 18. Maien (alt: 30.4) wird Beltaine heutzutage zumeist am 19. Maien (alt: 1.5) gefeiert oder aber traditionell am ersten Vollmond nach dem 19. Maien. Walpurga ist übrigens eine christliche Heilige. An Beltaine gebärt die gleichlautende Göttin die von ihr ausgetragenen Kinder des Sonnengottes Belenus (= die gesamte Vegetation). Beltaine entspricht der Fruchtbarkeitsrune Laguz.


Coamhain/Litha: 14 bis 16. Druid (alt: 21. bis 23. 6). Coamhain ist die Hoch- oder Hochzeit von Belenus und Beltaine, das Fest der Sonne. Danach folgt noch der Tag des Druiden Johannis zur Kräutersammlung (alt: 24.6). Litha entspricht der Tagesrune Dagaz.


Lughnasad: Vollmond am oder nach dem 27. Heuert (alt: 1.8), also zumeist der Erntingvollmond. Beltaine betrügt ihren Gatten mit dessen Sohn Lugh. Lughnasad entspricht der Sichelrune Thurisaz.


Mabon: 22. bis 23. Scheiding (alt: 21.9). Mabon, der Jäger, eröffnet die Jagdsaison, an welcher sich auch Lugh beteiligt. Die einsame Beltaine liebäugelt bereits wieder mit ihrer alten Liebe, dem Unterweltgott Samhain. Mabon entspricht der Rune Kaunaz, die Feuer werden entzündet.


Samhain: Vollmond im Nebelung (also möglicherweise bereits vor dem 7. Nebelung (alt: 1.11), ansonsten würden wir mit Samhain bereits in die Adventszeit geraten. An Samhain vermählt sich Beltaine, nunmehr als Morrigan, mit dem Unterweltgott, Samhain, steigt zu diesem hinunter und empfängt sein Kind (die spätere, neue Licht- und Vegetationsgöttin Brigit). Samhain entspricht der Rune Naudhiz, die Vegetationsgöttin begibt sich in die Unterwelt. Von nun an sind alle Früchte der Natur tabu für den Menschen.

Advent, das Warten auf die Geburt der neuen Licht- und Vegetationsgöttin an Yule: die vier Thorstage (= Donnerstage = Tage der Heiden) vor dem Yulfest. Beginnend mit vier Kerzen und von Woche zu Woche eine weniger anzündend.


Darüber, wie die alten Feste im Einzeilen gefeiert werden, dürfen keine Bestimmungen gemacht werden! Zwar gibt es bestimmte Traditionen, doch sind Feste grundsätzlich frei und einjeder feiert sie, wie er eben möchte! Es gibt hierbei kein „richtig“ oder „falsch“. Die Feier selbst und ihre Symbolik ist wichtig!


2. Allen naturspirituellen Menschen sollte bewusst sein, dass es vor unserer Zeit noch andere Welten auf Erden gab. Wir schlagen folgende einheitlichen Benennungen vor:


a) Ur (als einheitliches Reich ab dem Devon)

b) Mu-Lemurien (= das komplette Mesozoikum bis zum „Aussterben der Saurier“)

c) Atlantis (= das komplette Tertiär bis zur Sintflut vor etwa 13.000 Jahren/Ragnarök)

   Fimbulwinter = Untergang von Hyperboräa

d) Babylon, das ursprüngliche Eden (bis 2012)

e) Sapo (ab 2012)


3. Hinsichtlich eines einheitlichen, nördlichen Medizin- und Lebensrads empfehle ich dringend die Beschäftigung mit der naturgegebenen, eurasischen Grundform, wie ich sie in meinen Schriften darlegte und hier noch einmal tabellarisch wiedergebe:



OSTEN

SÜDEN

WESTEN

NORDEN

Element

Luft

Feuer

Wasser

Erde

Elementarwesen

Sylphen

Salamander

Nixen

Gnome

Elementare Geographie

Himalaya

Sahara

Atlantik

Arktis (Eis)

Energetische

Geographie

Berge der Macht

Wüste der Sehnsucht

Meer des Tiefen-bewusstseins

Gefilde der Ahnen






Tagesablauf

Morgen

Vormittag

Mittag

Abend

Nachmittag

Mitternacht

Nacht

Jahreskreis

Frühling

Sommer

Herbst

Winter

Tore

Tor der Geburt

Tor der Veränderung

Tor der zweiten Chance

Tor des Todes

Menschenleben

Kindheit

Unternehmertum

Ältestenschaft

Ahnen






Qualität

Gedanken

(Intellekt)

Empfindungen

(Materie)

Gefühle

(Emotionen)

Ahnung

(Intuition)

Körper

Mentalkörper

Physischer Leib

Astralkörper

spirit-Seele

Kessel

Kopfkessel

Bauchkessel

Herzkessel

Seelenkessel

Brunnen

Brunnen des intellektuellen Verstehens

Brunnen der sinnlichen Empfindung

Brunnen des empathischen Erspürens

Brunnen des intuitiven Erahnens

Wände

Wand der geistigen Verblendung

Wand der inneren Leere

Wand des emotionalen Dramas

Wand des materiellen

Mangels






Feste

Imbolc (Brigit)

Ostara

Beltaine

Litha

Lughnasad

Mabon

Samhain

Yule

Runen

Berkana

Dagaz

Kaunaz

Jera

Kulturen

Südostasien

Schwarzafrika

Indio-Amerika

Eurasien







Meine Bitte ist es, das hier skizzierte Programm naturspiritueller Ausbildung der DRACO-Stiftung zu prüfen und sich ihm gegebenenfalls zwecks Qualitätssicherung und Vereinheitlichung der naturspirituellen und druidischen Standards anzuschließen.



Der druidischen Kooperation und dem Frieden in der Welt verpflichtet!



Druide Spinnenkind


(geschrieben zwischen Nidda und Horloff am 15. Yulmond im Jahr Vier von SAPO)